29 Jahre zurück in die eigene Vergangenheit

Ich habe heute etwas gesucht, aber nicht gefunden. Dafür ist mir aber was anderes zu Augen gekommen 🙂 Neben Fotos und Liebesbriefen aus der Jugendzeit, sind mir noch viel ältere Zeichnungen und Malereien aus meiner Kindheit in die Hände gefallen. Das letzte Mal das ich mir das angeschaut habe, ist mit Sicherheit auch schon wieder eine halbe Ewigkeit her. Gänsehautmomente! Einige Bilder kann ich leider nicht mehr ganz den Jahren zuordnen. Aber manche sind von mir tatsächlich datiert worden. So sind zum Beispiel einige aus dem Jahre 1993. Da war ich 12 Jahre alt.

Diese Fundstücke sind für mich nicht nur eine kleine gedankliche Zeitreise, sondern es ist mir auch irgendwie sehr wichtig und bedeutend das wieder zu sehen. Bei einigen Dingen sind die Erinnerungen so fest und stark verknüpft, dass ich tatsächlich die Momente der Entstehung, der Tisch an dem es entstand, der Geruch vom Tee der zu diesem Zeitpunkt gekocht wurde, die Momente an und um eine spezielle Situation ... vieles ist mir wieder sehr deutlich lebendig geworden. Ich hänge sehr stark an alten Erinnerungen.

Hier nun mal ein paar dieser Bilder. Diese habe ich gemalt, als ich zwischen 12 und 14  Jahre alt war. Bei dem Bild mit der Insel war ich noch jünger.

Damals schon hatte ich eine kreative Ader. Im späteren Leben wurden mir jedoch andere Dinge wichtiger. Ich schrieb dazu mal einen anderen Beitrag. So ist zum Beispiel die Rose, gezeichnet irgendwo in den Jahren 1990-1997, nie vollendet worden.

Irgendwo zwischen Kind- und Jugendalter und dem Erwachsenwerden habe ich das Kreative aus den Augen verloren. Doch was ist eigentlich dieses Erwachsensein? Was macht es aus? Vermutlich ist es das auf eigenen Beinen zu stehen, ein eigenes Leben aufzubauen, Beziehung, erste eigene Wohnung, Haus, Job ... sowas. Ich verlor auf diesem Wegen aber leider auch das Gefühl von Begeisterung für etwas, Freude und Glück zu spüren ... Warum habe ich das Kindsein so ganz hinter hier gelassen? Das ist eine wichtige Frage ... Fest steht, das war ein Prozess der über sehr viele Jahre hinweg geht und ganz langsam und schleichend Macht über mich ergriff.

Es gibt das so ein Buch mit dem Titel "Das Kind in mir muss Heimat finden". Allein der Titel ist so tiefsinnig. Viele Jahre habe ich mich verbogen um irgendwie in die gerade anwesende gesellschaftliche Norm zu passen. Ein Teil meiner Jugendzeit ist beispielhaft dafür: War ich in einer stillen Truppe, war ich still. War ich in einer lauten Truppe unterwegs, war ich auch laut ... Doch nie war ich wirklich ich selbst. Ich wollte hineinpassen, wollte gefallen. Und so vergingen die Jahre und ging lange Zeit gut. Doch irgendwann brach das ganze zusammen. Eine schwere Depression machte sich breit und im Verlauf dessen wurde das eigene Leben in Frage gestellt ... Es gipfelte in einer 'heftigen' Krise.

Alles in Allem bin ich aus dem Schlimmsten raus. Etwas Gutes hatte das alles: Es führte mich zurück zur Kreativität und Kunst. Was haben diese Zeilen mit den alten Bildern von damals zu tun? Nun, diese alten Bilder sind nicht digital, es ist nichts ausgedachtes. Vielmehr ist es ganz haptisch zu spüren, ein so altes Bild zu sehen und auch anfassen zu können, die Pinselstriche spüren (ich weiß, dass sollte man nicht unbedingt tun) - Das alte wieder zu erleben, zumindest im Kopf, ist etwas großartiges. Nicht nur negatives wird wach, sondern auch wunderbar positive Gedanken. Zwischen den Jahren als die Bilder entstanden und dem Jetzt kam noch vieles mehr, aber dort irgendwo im Damals ist die Wurzel, dort fing alles an. Es lässt mich erinnern, wie schön das Leben sein kann. Es im Alltag umzusetzen bzw. an diesen schönen Gedanken festzuhalten - das ist die wahre Schwierigkeit. Zusammenfassend mit anderen Worten: Es ist die wahre Kunst des Lebens. Der Sinn des Lebens ist das Streben nach Glück.

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