Hallo Welt.

Mit diesen zwei Worten beginnt ein neuer Blog. Vielmehr beginnt für mich eine neue Reise. Warum und wieso, dazu komme ich später in diesem Beitrag.

Als erstes freut es mich total und gehe mit Stolz, Vorfreude und Tatendrang mit dieser Webseite an den Start. Die Malerei und die Fotografie entdeckte ich für mich neu durch einen Wink des Schicksals. Von Beginn an brachte und bring ich es mir ganz autodidaktisch selbst bei. Durch ausprobieren, testen, verwerfen, neu beginnen ... Learning by doing kurz gesagt. Ich lass mich von anderen großartigen Künstlern inspirieren, finde Motive in der Natur, im Alltag oder einfach in mir selbst durch gefühlte Emotionen, die ich versuche auf die Leinwand zu bringen.

Der Weg zur Kunst

Doch wie kam ich nun zur Kunst? Schon in früher Kindheit hatte ich Freude am Umgang mit Bilden, Pinsel und Farbe. Damals waren es Aquarelle und Blei- oder Buntstifte. Dann kam die Jugendzeit und die Interessen verschoben sich. Viele Jahre zeichnete oder malte ich kein einziges Bild mehr. In der Jugendzeit beschäftigte mich aus damaliger Sicht eher mit "coolen" Sachen, meine kreative Ader verpackte ich anscheinend in eine Schublade und lies sie unbeachtet. Sachen wie am Moped, später am Auto rumschrauben- und basteln wurden wichtiger. Die Nacht zum Tag machen. Später ging es dann in das typische Erwachsensein und in den Berufsalltag. Viele Jahre zogen sich so dahin.

Ein großer Meilenstein im Leben bahnt sich an

In diesem "dahinziehen" funktionierte ich einfach nur noch. Aufstehen, Arbeit, Abendessen, Schlafen, Aufstehen ... Nichts weiter dazwischen. Dann kam das Jahr 2020/2021 ... es gipfelte in einer tiefen Lebenskrise. Diese warf mich komplett um. Das Leben fühlte ich sprichwörtlich nur noch dunkel, schwarz und weiß an. Es war geprägt von Negativismus, Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, Traurigkeit und Hilflosigkeit. Ein mit festen Argumenten kaum zu beschreibender und zu erklärender Zustand. Eine innere Leere machte sich breit.

Das alles war nicht auf Knopfdruck da, es war ein Prozess, welcher sich ganz langsam wie ein dunkler Schleier über mich legte. Viele Monate schleppte ich mich so dahin. Jeden Tag aufzustehen und das "Alles ist Gut" vorzuspielen - eine emotionale Lüge, welche unglaublich viel Kraft kostete. Ich stieß ungewollt lieben Menschen vor den Kopf, zog mich sozial immer mehr zurück. Bis nichts mehr ging und nichts mehr sein sollte ...

Als nichts mehr ging, öffnete ich mich das erste Mal einem Menschen, in Person meiner Hausärztin und erzählte wie es in mir aussah. Nach Gesprächen ging ich den zugegebenermaßen schwierigen Schritt in eine Klinik. Die Diagnose einer schweren Depression war dann schon fast eine Erleichterung - so wusste ich endlich und begriff langsam was so lange Zeit mit mir los war. Sich das einzugestehen und professionelle Hilfe zu suchen war der einzig richtige und wichtige Weg.

In dieser Zeit fand ich Wege zurück in´s Leben, ich fand (wieder) etwas was mir gut tat, Freude & Glücksgefühle schenkte. U.a. hatte mich das Malen wieder zurück. Ich empfand wieder Spaß - ein unbeschreiblich schönes Gefühl, was mir so lang fremd war. Auch im Fotografieren entdeckte ich für mich eine gern ausgeübte Tätigkeit. Zugegeben bin ich lieber hinter der Kamera als davor, ich mag es nicht fotografiert zu werden oder im Mittelpunkt zu stehen. Ich bin ein eher ruhiger, zurückhaltender Mensch.

Eine Zeit die mich ganz wesentlich geprägt hat. Aus dieser sehr schwierigen Zeit gehe ich mit neuen Erkenntnissen und Ansichten erhobenen Hauptes in die Zukunft.

Retroperspektive und Prospektive, Bezug auf die Malerei.

Das Jahr 2021 war eine anstrengende, emotionale, interessante und verrückte Reise zu meinem Selbst. Mehr als je zuvor weiß ich um die Wichtigkeit von Wertschätzung, Achtsamkeit und Besinnung auf das wirklich wichtige. Ich bin gespannt, wohin und auf welche Wege mich diese Reise führt. Das Malen hat einen wichtigen Platz eingenommen.

Das künstlerisch Tätige macht Spaß, zudem gibt es mir die Möglichkeit während dessen abzuschalten. Ich kann mich erden, im Hier und Jetzt ganz fokussiert sein. Die Kunst, insbesondere die abstrakte Malerei, bietet mir Möglichkeiten, mich mit meinen Gedanken & Gefühlen auseinanderzusetzen, die Möglichkeit Neues zu erschaffen oder Bestehendes zu integrieren.

Ein Bild wird oft nicht geplant - es entsteht. Es ist ein Prozess des Erschaffens, währenddessen eine Begegnung mit der Vergangenheit, der Zukunft und oder auch der Gegenwart stattfindet.

In den Werken fließen häufig meine Gefühlswelten mit ein, Einblicke in die Untiefen der Seele finden den Weg mit Hilfe der Farbe auf die Leinwand. Meine Kunst ist für mich eine Momentaufnahme des Lebens, ein Augenblick festgehalten für die Ewigkeit. Gedanken, Emotionen & Intuition beeinflussen meine Bilder. Der Weg ist das Ziel.

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Björn Wiedemann
im Oktober 2021

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